Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt

Franz Xaver Schnyder von Wartensee
1786 (LUZERN) – 1868 (LUZERN)
Franz Xaver Schnyder von Wartensee wurde 1786 in Luzern in eine Patrizierfamilie hineingeboren. In seiner Heimatstadt schlug er zunächst eine Beamtenlaufbahn ein, brach diese jedoch schon bald ab und konzentrierte sich fortan ganz auf die Musik. 1808 war er massgeblich an der Gründung der Schweizerischen Musikgesellschaft beteiligt. Schnyder von Wartensee studierte in Zürich und ab 1811 in Wien.
Dort bemühte er sich, Unterricht bei Beethoven zu erhalten – allerdings erfolglos, da dieser mit Ausnahme des Erzherzogs Rudolph von Österreich keine Schüler mehr aufnahm. 1812 verlor Schnyder von Wartensee bei einem Brand in Baden bei Wien sämtlichen Besitz inklusive Instrumente und Kompositionsmanuskripte und kehrte aufgrund der Lebensumstände zurück nach Luzern. 1815 wirkte er im Rahmen der Koalitionskriege beim Feldzug gegen die Franzosen mit, der mit einer Niederlage Napoleons endete und den Zweiten Pariser Frieden einläutete. Ab dem Jahr 1817 lebte Schnyder von Wartensee in Frankfurt am Main.
Der Luzerner Patriziersohn entwickelte sich zu einer der grossen Schweizer Komponisten-Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts und stand im Austausch mit unzähligen bedeutenden Figuren der europäischen Kunstmusik der Zeit. Nicht zuletzt mit Robert Schumann – davon zeugt unter anderem ein kurioser Brief: Schnyder von Wartensee enervierte sich bei Schumann in dessen Neuer Zeitschrift für Musik über die Rezension eines Herrn «Halbanonymus» zu Schnyder von Wartensees Oratorium «Zeit und Ewigkeit», das im Juli 1838 beim ersten Deutschen Sängerfest in Frankfurt uraufgeführt wurde. Das Oratorium gehört zu seinen bedeutendsten Kompositionen, ebenso wie die Ouvertüre in c-Moll und die Sinfonie Nr. 1 in A-Dur.

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