Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt

George Templeton Strong
1856–1948 (GENF)
George Templeton Strong ist ein Genfer Komponist mit amerikanischen Wurzeln, der 1856 in New York geboren wurde. Sein Vater war Rechtsanwalt und Amateurorganist sowie Präsident der New York Philharmonic Society, seine Mutter Amateursängerin und -pianistin. Strong studierte ab 1879 am Leipziger Konservatorium und spielte als Bratschist auch beim Gewandhausorchester Leipzig. Über Kontakte seiner Mutter kam er mit Franz Liszt in Verbindung, den er in Weimar mehrmals besuchte.
Nach mehreren Aufenthalten liess sich Strong 1897 endgültig in der Schweiz nieder, wo er 1948 in Genf starb. 1918 wurde Strong in das Komitee des Genfer Conservatoire de musique gewählt und unterstützte ehrenamtlich die Förderung junger Talente. Strong war eine herausragende Persönlichkeit im Westschweizer Musikleben seiner Zeit und wurde als solche geehrt, etwa durch die zwischen seinem 75. und seinem 90. Geburtstag alle fünf Jahre stattfindenden Konzerte und Empfänge des Genfer Conservatoire. In Genf freundete er sich auch mit dem Dirigenten Ernest Ansermet an. Als Liebhaber der Schweizer Berge widmete sich Strong mit Begeisterung und zunehmender Professionalität der Aquarellmalerei.
Schwerpunkte seiner kompositorischen Tätigkeit waren Sinfonien, sinfonische Dichtungen sowie Kammermusik. Besonders in seinen späteren Werken sind viele Bezüge zur Malerei zu erkennen. Strongs musikalische Sprache ist in der spätromantischen Tradition verwurzelt und blieb von den modernen Strömungen des 20. Jahrhunderts weitgehend unberührt.

