Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt
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Hans Huber
1852 (EPPENBERG) – 1921 (LOCARNO)
Hans Huber gehört zu den wichtigsten Personen der jüngeren Schweizer Musikgeschichte. 1852 im solothurnischen Eppenberg geboren, zog er 1870 nach musikalischer Grundausbildung nach Leipzig, wo er bei Carl Reinecke studierte. 1877 kehrte er in die Schweiz zurück und liess sich in Basel nieder. Huber verhalft der Stadt durch sein Wirken in Musikschule und Gesangverein sowie durch Gründung des Schweizerischen Tonkünstlervereins und des Basler Konservatoriums zur Anerkennung als wichtige Musikmetropole. 1892 wurde ihm von der Universität Basel die Ehrendoktorwürde verliehen. Im Stadtcasino Basel ist ein eigener Saal nach ihm benannt.
Huber genoss bereits zu Lebzeiten internationales Ansehen und wurde in Europa als führender Schweizer Komponist angesehen: Émile Jaques-Dalcroze bezeichnete ihn 1901 als «véritable chef de la musique suisse». Ausgesprochene Bewunderung erfuhr er von Komponistengrössen wie Richard Strauss, Max Reger, Ferruccio Busoni, aber auch von seinen Schweizer Kollegen Volkmar Andreae oder Friedrich Hegar.
Neben seinen vielfältigen pädagogischen und musikpraktischen Aufgaben komponierte Huber auch fleissig, und zwar von Opern über Klavierkonzerte und Kammermusik bis zu Oratorien, Messen und Kantaten in allen gängigen Gattungen seiner Zeit. Seine acht Sinfonien tragen durchgehend sprechende Untertitel und bilden so seine Mittelposition zwischen absoluter und programmatischer Musik ab.
Zwei Sinfonien sind dabei besonders hervorzuheben: die «Böcklin-Sinfonie», zu der er durch eine Ausstellung in der Basler Kunsthalle inspiriert wurde. Und die Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 63, die sogenannte «Tell-Sinfonie», die am 26. April 1881 unter seiner Leitung in Basel uraufgeführt wurde. Mit ihr legte Huber ein Urbild der Schweiz in Tönen und so Zeugnis für seine Musik- und Heimatliebe ab.
werke von
Hans Huber
Serenade Nr. 2 «Winternächte»
Sinfonie Nr. 1 d-Moll, op. 63 «Tell-Sinfonie»
I. Allegro ma non troppo. Più vivace
II. Adagio ma non troppo. Etwas bewegter. Tempoprimo. Più lento
III. Allegretto
IV. Andante. Allegro con fuoco
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