Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt

Jean Baptiste Edouard Dupuy
UM 1770 (CORCELLES) – 1822
Jean Baptiste Edouard Dupuys Leben liest sich wie ein Abenteuerroman. Geboren um 1770 im Neuenburgischen Corcelles-Cormondrèche, zog er im Alter von 14 Jahren nach Paris und studierte dort mitunter Komposition bei Johann Ladislaus Dussek. 1787 übersiedelte Dupuy in die Nähe Berlins, wo er seine Studien vertiefte und als Geiger in der Kapelle des preussischen Prinzen Heinrich mitwirkte.
Nach seiner dortigen Entlassung – er wurde Vater eines unehelichen Kindes und störte einen sonntäglichen Gottesdienst zu Pferde – ging er auf Reisen durch Nordeuropa und machte zunächst in Stockholm Halt. Er komponierte, dirigierte, spielte Violine und startete zugleich seine Sängerkarriere. Diese wurde ihm schon bald zum Verhängnis, als er wegen eines pro-napoleonischen Lieds bei König Gustav IV. Adolf in Ungnade fiel und das Land verlassen musste. Daraufhin versuchte er sich – nun zunehmend als Sänger – mit einigem Erfolg in Kopenhagen.
Dupuy war ein glühender Verehrer der Musik Mozarts. 1807 sang er in der dänischen Erstaufführung die Titelrolle des «Don Giovanni», von der er sich auch ganz persönlich inspirieren liess: Zahlreiche brisante Liebesaffären brachten ihn immer wieder in Bedrängnis – wie im Jahr 1809, als Dupuy aufgrund einer Liaison mit Charlotte Friederike, der Ehefrau des Prinzen und späteren Königs Christian Friedrich (Christian VIII.), aus Kopenhagen verwiesen wurde. Daraufhin konnte er nach Stockholm zurückkehren, wo er 1812 Kapellmeister wurde und mehrere Mozart-Opern zum ersten Mal in Schweden aufführte.
Sein Lebenswandel und seine Mozart-Verehrung brachten Dupuy den Übernamen «Don Juan des Nordens» ein. Sein grösster musikalischer Erfolg war das dänische Singspiel Ungdom og galskab (auf Deutsch «Jugend und Leichtsinn»). 1822 starb Dupuy in Stockholm – an seiner Beerdigung erklang, zum ersten Mal überhaupt in Schweden, Mozarts Requiem.
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