Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt

Johann Carl Eschmann
1828 (WINTERTHUR) – 1882 (ZÜRICH)
Johann Carl Eschmann wurde 1826 in Winterthur geboren. Sein Vater, Hans Heinrich Eschmann, war Kapellmeister der kantonalen Militärmusik und Orchestermitglied des Musikkollegium Winterthur. In Zürich besuchte Eschmann Klavierunterricht bei Alexander Müller. Von 1845 bis1847 studierte er am eben erst gegründeten Konservatorium Leipzig, unter anderem bei Felix Mendelssohn Bartholdy und Ignaz Moscheles. Nach dem Studium kehrte er in die Schweiz zurück.
Eschmann widmete sich fortan hauptsächlich der Komposition und dem Unterricht im Klavierspiel sowie in Harmonie- und Kompositionslehre. Von 1850 bis 1859 lehrte er in Winterthur. Eschmann wird als «trefflicher, gewissenhafter Lehrer» beschrieben, der «stetiges, lückenloses Fortscheiten in unerbittlich strengem Gang des Unterrichts erzielte, ihn [den Schüler] aber auch zur Freude und Begeisterung für die Musik emporleitete». Sein Klavierspiel stand immer im Dienst der Musik, nicht des Virtuosentums.
Von 1859 bis 1866 wirkte Eschmann als Musikdirektor und -lehrer in Schaffhausen, ab 1866 vor allem als Lehrer und Komponist in Zürich. Er widmete sich allem voran der Kammermusik, besonders dem Lied und der Klaviermusik. Eschmann war mit Johannes Brahms ebenso wie mit Louis Spohr und Richard Wagner befreundet. Brahms empfahl ihn seinem Verleger Simrock. Eschmanns Musik ist weder eindeutig der Neudeutschen Schule noch der absoluten Musik im Stile Brahms’ zuzuordnen – den grössten Einfluss übten die Kompositionen Schumanns und Mendelssohns auf sie aus. Am 27. Oktober starb Eschmann in Zürich, sein Nachlass wird von der Zentralbibliothek verwaltet.
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