Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt

Paul Huber
1918 (KIRCHBERG) – 2001 (ST. GALLEN)
Paul Huber kam im Februar 1918 im toggenburgischen Kirchberg zur Welt. Im Alter von zehn Jahren verlor er seine Eltern, worauf er bei einer Pflegefamilie aufwuchs. Nach der frühen Schulzeit in seiner Heimat besuchte er das Collège in Saint-Maurice sowie die Gymnasien von Appenzell und Stans. 1940 begann er mit dem Studium am Konservatorium Zürich. Huber erwarb Lehrdiplome in Klavier, Orgel, Schulmusik und Kontrapunkt. Ende der 1940er-Jahre konnte er seine Studien bei Nadia Boulanger in Paris vertiefen.
Bereits 1943 hatte Huber mit einer Tätigkeit als Organist an der Stadtkirche St. Nikolaus in Wil (SG) begonnen. Ende 1949 wurde er zum Musikdirektor der Stadt ernannt und übernahm die Leitung des Kirchenchors, des Männerchors Concordia und des Orchestervereins. Zwei Jahre später folgte die Berufung als Dozent für Chorgesang und Klavier an die Kantonsschule St. Gallen. Diese Position behielt Huber bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1983. 1979 wurde ihm von der Universität Fribourg der Ehrendoktortitel der Theologie verliehen – dies für seine zahlreichen geistlichen Kompositionen.
Huber war ein äusserst produktiver Komponist, sein Œuvre umfasst mehr als 400 Werke aller gängigen Gattungen. Seine tiefe Religiosität spiegelt sich in verschiedenen Mess- und Psalmvertonungen, Kantaten, Motetten und Hymnen. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der Blasmusik. Huber pflegte eine Liebe zur Volksmusik, die besonders eindrücklich im Konzert für Hackbrett und Streichorchester zum Ausdruck kommt.
1982 wurde Huber für sein Schaffen mit dem Kulturpreis der Stadt St. Gallen ausgezeichnet, 1998 mit jenem des Kantons St. Gallen. Seine Heimatgemeinde Kirchberg verlieh ihm das Ehrenbürgerrecht.

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