Schweizer sinfonik
Einheimisches Musikschaffen neu entdeckt
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Joachim Raff
1822 (LACHEN) – 1882
Joachim Raff wurde 1822 in Lachen am Zürichsee geboren. Nach seiner Schulbildung war er zunächst als Primarlehrer in Rapperswil tätig, wendete sich aber schon bald der Musik zu. Er bildete sich autodidaktisch und legte 1843 Felix Mendelssohn Bartholdy seine Kompositionen zur Begutachtung vor. Dieser war von den Stücken so angetan, dass er sie beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel empfahl, wo sie in der Folge erschienen.
Kurze Zeit später begegnete Raff in Basel dem Klaviervirtuosen und Komponisten Franz List. Weil Raff kein Reisegeld hatte, soll er zu Fuss von Zürich marschiert sein. Liszt war ob des grossen Willens offenbar beeindruckt und verhalf Raff zuerst zu einer Anstellung in einer Musikalienhandlung und engagierte ihn später gleich selbst – so verbrachte Raff einige Jahre in Weimar als Assistent und Sekretär Liszts. Es folgte die Übersiedelung nach Wiesbaden, wo Raff seine produktivste Zeit als Komponist erlebte. Nach mehr als 20 Jahren in Wiesbaden wurde er 1877 zum ersten Direktor des Hoch’schen Konservatoriums in Frankfurt ernannt, wo er aufgrund seines guten Rufs bekannte Musikpersönlichkeiten wie Clara Schumann und Julius Stockhausen an das Institut verpflichten konnte. 1882 starb er an einem Herzinfarkt.
Raff war zu Lebzeiten als Pädagoge, vor allem aber als Komponist hochgeschätzt. Er schuf Opern, Chorwerke, Sinfonien, Konzerte, Ouvertüren, Suiten und Kammermusik in grosser Zahl. Raff wurden grosse Fähigkeiten in der Orchestrierung zugeschrieben – zurückzuführen sind diese nicht zuletzt auf seine Assistenzzeit in Weimar, im Rahmen derer er Liszts Klavierfassungen zu Orchesterstücken ausarbeitete. Raffs Musik wurde im 19. Jahrhundert rege aufgeführt und in dieselben Sphären wie jene Wagners oder Brahms’ eingeordnet. Im 20. Jahrhundert geriet sie in Vergessenheit.
werke von
Joachim Raff
Zwei Scenen für Singstimme und Orchester Op. 199
Zwei Scenen für Singstimme und Orchester Op. 199/1 «DIE JÄGERBRAUT»
Zwei Scenen für Singstimme und Orchester Op. 199/2 «DIE HIRTIN»


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