Wed
2.6.27 19:30
Uhr
Zürich
Tonhalle

Heimatland! Schweizer Sinfonik

CHF

115 / 85 / 60 / 40 / 30

alle konzerte
Tour #
15
Heimatland! Schweizer Sinfonik, Fazıl Say, Swiss Orchestra, Lena-Lisa Wüstendörfer

Über das Programm

Manchmal muss man einfach etwas wagen. So wie Wolfgang Amadeus Mozart, als er 1781 seine sichere Anstellung in Salzburg aufgab, um in Wien freischaffend vom Komponieren und Konzertieren zu leben. Das Klavierkonzert Nr. 12 entstand in dieser Umbruchszeit, als Mozart schon erste Erfolge verzeichnen konnte, aber noch lange nicht etabliert war. Also schuf er 1782 ein Werk, das ein «Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht» sein sollte, damit «auch Kenner allein Satisfaction erhalten – doch so – dass die Nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum.» Um sein Stück auch an privat musizierende Laien bringen zu können, legte Mozart das Klavierkonzert so an, dass zur Begleitung auch ein Streichquartett ausreichend wäre. Ausserdem erhoffte er sich, durch Subskriptions-Angebote zu vier Dukaten (ähnlich dem heutigen Crowdfunding) seine Stücke von Mäzenen mitfinanzieren zu lassen. Dies gelang ihm nur bedingt, die Uraufführung des Werks war dennoch ein Erfolg. Und Mozarts Wagemut wurde belohnt: 1785 finanzierte sich das Klavierkonzert Nr. 20 in d-Moll allein durch die inzwischen etablierten Subskriptionskonzerte, bei denen Mozart selbst in die Tasten griff – kaum war die Tinte auf dem Notenpapier getrocknet. Der Meister war mittlerweile so gut im Geschäft, dass er seine Stücke ‹à la minute› fertigstellen musste. Das Wagnis Wien war aufgegangen.

Auch der türkische Pianist und Komponist Fazıl Say scheut keine Herausforderung, weder die couragierte Kritik an gesellschaftlichen Missständen in seiner Heimat noch die pianistischen Anforderungen auf der Konzertbühne: Say präsentiert in Andermatt gleich beide Klavierkonzerte, wobei sich die Nr. 20 in ihrem künstlerischen Anspruch eindeutig an Virtuosen statt an begabte Laien richtet. Gerahmt wird das Programm von Werken zweier fast vergessener Schweizer Komponisten: Joseph Lauber, geboren in Ruswil bei Luzern, aufgewachsen im Jura, schuf Ende des 19. Jahrhunderts ein beachtliches Œuvre, in dem immer wieder Eindrücke aus der alpinen Natur seiner Heimat aufblitzen. Der aus einer Graubündner Zuckerbäckerfamilie stammende Paul Juon kam in Moskau zur Welt und erfüllte sich seine Sehnsucht nach der Schweiz erst im Alter. Doch vergass er sein Geburtsland nie, wie osteuropäischen Anklänge in Form einer «Quasi Polka» im Andante seiner «Serenadenmusik» belegen. Lauber und Juon – nie gehört? Dann gehen auch Sie ein Wagnis ein und entdecken Unbekanntes neu.

Besetzung

FAZIL SAY, Klavier
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER
, Leitung

Konzertprogramm

JOSEPH LAUBER
Suite romande

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466

PAUL JUON
Eine Serenadenmusik op. 40

  • 18:30
    Türöffnung
  • 19:30
    Konzertbeginn
  • 21:30
    ungefähres Konzertende
Spielort

Tonhalle

Zürich

Anfahrt

MIT DEM ÖV
Tramlinien 6, 7, 8, 13, 17 bis Haltestelle Stockerstrasse
Tramlinien 2, 5, 8, 9, 11 bis Haltestelle Bürkliplatz
Buslinien 161, 165 bis Haltestelle Bürkliplatz

MIT DEM AUTO
Parkgarage Bleicherweg
Parkhaus Park Hyatt Zürich

Barrierefreiheit

Die Tonhalle Zürich ist barrierefrei zugänglich. Das Saalgeschoss der Grossen und Kleinen Tonhalle ist über einen Lift erreichbar, welcher sich zwischen Eingangshalle und Vestibül auf der linken Seite befindet.

PARKPLÄTZE
Es gibt 8 Parkplätze für Menschen mit Rollstuhl an der Gotthardstrasse, 6 davon befinden sich direkt rechts vom Eingang zur Tonhalle Zürich (Eingang T) und 2 davon auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

ROLLSTUHLPLÄTZE
In der Grossen Tonhalle stehen 8 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
In der Kleinen Tonhalle stehen 3 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
Begleitpersonen erhalten ein kostenloses Billett.
Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

SEHBEEINTRÄCHTIGUNGEN
Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die mit einer Begleitperson anreisen, erhalten für die Begleitperson ein kostenloses Billett. Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die ohne Begleitperson anreisen, werden auf Wunsch von einem Mitarbeitenden der TGZ vom Eingang zum Sitzplatz begleitet und nach dem Konzert wieder abgeholt. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

FÜHR- ODER ASSISTENZHUNDE
Führhunde können während des Konzertes sicher und komfortabel in einer Hundebox bei der Garderobe untergebracht werden. Für dieMitnahme von Assistenzhunden kontaktieren Sie bitte das Team der Billettkasse, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

Garderobe

Abendkasse

Einlass

Ermässigungen

Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sowie Kulturlegi-Inhaber*innen erhalten 50% Ermässigung.

Fazıl Say, Klavier

Mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say seit mehr als fünfundzwanzig Jahren Publikum und Kritiker gleichermassen auf eine Weise, die in der zunehmend materialistischen und aufwändig organisierten Welt der klassischen Musik selten geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind etwas anderes. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurzum: Sie treffen ins Herz. Seit Beginn seiner Karriere hat er mit vielen namhaften amerikanischen und europäischen Orchestern sowie zahlreichen führenden Dirigenten zusammengespielt und dabei ein vielseitiges Repertoire aufgebaut, das von Bach über die Wiener Klassik (Haydn, Mozart und Beethoven) und die Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht, einschliesslich seiner eigenen Kompositionen für Klavier. Gastspiele führten Fazıl Say in unzählige Länder auf allen fünf Kontinenten, und er tritt auch immer wieder als Kammermusiker auf.

Als Komponist hat Fazıl Say Auftragswerke für unter anderem das Boston Symphony Orchestra, das Orpheus Chamber Orchestra, die BBC, die Salzburger Festspiele, den WDR, die Münchner Philharmoniker, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie und die Fondation Louis Vuitton geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. sechs Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.

Fazıl Say hat eine umfangreiche Diskografie mit über 50 Aufnahmen vorzuweisen, die bei Labels wie Teldec Classics, naïve und Warner Classics erschienen sind. Für sein Schaffen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter vier ECHO Klassik Awards und einem Gramophone Classical Music Award. In der Saison 2025/26 erscheint mit «Mozart and Mevlana» ein bedeutendes neues Werk Says – ein eindrucksvoller musikalischer Dialog zwischen Ost und West. Zudem veröffentlicht Say seine eigenen Kompositionen weiterhin auf seinem Label ACM. Sein aktuelles Album «Oiseaux Tristes», das 2024 bei Warner Classics erschienen ist, wurde 2025 mit dem OPUS KLASSIK in der Kategorie «Solistische Einspielung Instrument des Jahres» ausgezeichnet.

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