Saisonauftakt
CHF
135 / 105 / 85 / 60 / 45

Über das Programm
In einem klassischen Sinfonieorchester gibt es die lyrischen Geigen, die warmen Bratschen, die edlen Celli, die gravitätischen Kontrabässe; da sind die verspielten Flöten, die sehnsüchtigen Oboen, die geheimnisvollen Klarinetten, die sonoren Fagotte; komplettiert wird das Ganze durch strahlende Hörner, brillante Trompeten, majestätische Posaunen, donnernde Pauken. Und, ach ja, dann gibt es da noch: die Triangel. Wahlweise der, die, das Triangel muss so manchen Spott über sich ergehen lassen. So besang der österreichische Barde Georg Kreisler den Spieler des silbrig glänzenden Schlaginstruments: «Ich komm erst auf Seite 89 dran / Ja, an Zeit hab ich keinen Mangel / Ich könnt ja was lesen, doch da schaut er [der Dirigent] mich an / Und schon steh ich auf und mach [ping].» Hier jedenfalls stimmt die Work-Life-Balance.
Mehr zu tun haben da die Triangelspieler*innen in Franz Liszts Klavierkonzert Nr. 1, die zu Beginn des dritten Satzes ordentlich was zu schlagen bekommen, sodass sich ihre Instrumente vom bescheidenen Orchesterinstrument zur heimlichen Hauptfigur mausern. Für diesen ungewöhnlichen Einsatz der Triangel musste sich der Komponist wiederum einiges an Häme gefallen lassen: Als «Triangel-Konzert mit Klavier- und Orchesterbegleitung» wurde das Werk verspottet. Zugeschrieben wird das Zitat passenderweise dem geistreichen und scharfzüngigen Urkritiker Eduard Hanslick, der sich nicht nur gegen Liszts Art der Instrumentierung aussprach, sondern auch etwas gegen die von Liszt und Wagner angeführte Ästhetik der Programmmusik hatte. Hanslick vertrat die Ansicht, dass Musik nicht dazu da sei, Gefühle auszudrücken oder Geschichten zu erzählen und plädierte für die Autonomie der Musik. Er schätze Beethovens Sinfonien zwar über die Massen, aber eben nicht die 6. mit ihrem programmatischen Gehalt.
Und wie positionierte sich der Schwyzer Joachim Raff in der Debatte um die Zukunft der Musik, die innerhalb der Musikwelt des 19. Jahrhunderts alles überlagerte? Gefördert durch Liszt, verwendete er für die meisten seiner Sinfonien sprechende Titel. Mit seiner kritischen Wagnerschrift löste er 1854 aber auch Irritationen bei den Anhänger*innen der Programmmusik aus. In der Besetzung der Lehrkräfte für das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt, dessen erster Direktor Raff war, achtete er – typisch schweizerisch? – wiederum auf ein musikpolitisch ausgewogenes Verhältnis unter seinen Lehrkräften. In seiner Orchestersuite Nr. 1 op. 101 verzichtete er aber (vorsichtshalber) auf den Einsatz der Triangel!
Besetzung
SASKIA GIORGINI, Klavier
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
JOACHIM RAFF
Suite Nr. 1 op. 101
FRANZ LISZT
Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 «Pastorale»
- 19:00Türöffnung
- 19:30Konzertbeginn
- 21:30ungefähres Konzertende
Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Saskia Giorgini, die für die Poesie, Tiefe und Klarheit ihres Spiels gelobt wird, hat sich als eine der faszinierendsten Pianistinnen der Gegenwart etabliert. Alain Lompech schrieb über sie: «Saskia Giorgini singt, träumt und lässt die Zeit vergessen. Sie verkörpert Klang und Form: Ausdruck und Abstraktion, Farbe und Linie, Gegenwart und Unendlichkeit zugleich.» Ihre jüngsten Aufnahmen für Pentatone – «Images» (Debussy), «Consolations» (Liszt) und «Harmonies Poétiques et Religieuses» (Liszt) – fanden internationale Beachtung, wobei «Images» als Finalist für die Gramophone Awards 2025 nominiert war. Ihre Veröffentlichungen wurden mit zwei Diapason d’Or, mehreren Auszeichnungen des Magazins Gramophone, dem Schallplattenpreis Choc de Classica sowie mit Empfehlungen in der BBC und in der Zeitschrift International Piano gewürdigt. Ausserdem hat sie Schuberts «Die schöne Müllerin» mit Ian Bostridge sowie ein Mozart/Schostakowitsch-Album mit den Trondheim Soloists aufgenommen.
Seit sie im Jahr 2016 Preisträgerin des Internationalen Mozart-Wettbewerbs in Salzburg wurde, trat Saskia Giorgini an bedeutenden Veranstaltungsorten auf, darunter im Teatro La Fenice in Venedig, im Teatro Regio di Torino, im Concertgebouw in Amsterdam, in der Wigmore Hall in London, in der Suntory Hall in Tokio, im Wiener Konzerthaus und im Musikverein Wien, im Mozarteum Salzburg sowie in der Filharmonia Narodowa in Warschau. Sie konzertierte mit Orchestern wie dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, dem CBC Radio Orchestra und der St. Petersburger Philharmonie und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Eliahu Inbal, Simon Gaudenz, Mario Bernardi, Andrea Battistoni und Hannu Lintu zusammen. Als engagierte Kammermusikerin musiziert sie regelmässig mit Ian Bostridge, Vilde Frang, Janine Jansen, Martin Fröst, Mario Brunello und Thomas Demenga. Zu den kommenden Höhepunkten zählen Auftritte in der Elbphilharmonie, beim Enescu-Festival sowie eine zweijährige Residenz am L’Auditori in Barcelona. Seit 2023 ist Saskia Giorgini Professorin für Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. Ausserdem ist sie als Jury-Mitglied aktiv: unter anderem beim Busoni-Wettbewerb (2025) und beim Liszt-Wettbewerb in Utrecht (2026).
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