Sat
13.5.23 19:30
Uhr
Basel
Stadtcasino

Swiss Dreams

alle konzerte
Tour #
6

Über das Programm

Er war einer der bedeutendsten Komponisten der Schweiz und hat das Musikleben nachhaltig geprägt: Hermann Suter. Als Dirigent stand er dem Basler Gesangverein vor und leitete über 20 Jahre lang bis kurz vor seinem überraschenden Tod 1926 die Konzerte der Allgemeinen Musikgesellschaft. Neben dem Dirigat lag daher auch die programmatische Zusammenstellung der aufgeführten Werke in seinem Aufgabengebiet. Bekannt für seine ungewöhnliche und originelle Auswahl, veröffentlichte er einen Aufsatz «Über Programm-Aufstellung in den Sinfoniekonzerten». Dort erzählt er in breitem baseldeutsch anekdotisch eine Geschichte, die sich zwischen seinem Freund Matthias Oswald und einem unbekannten Beethoven-Fan abgespielt haben soll: «Ein Beethovenverehrer sagt zu Herrn Oswald: ‹Worum spiele Sie aigetlig eso wenig Beethove? Das isch doch die scheensti Musig wo’s git; i kenn alles von em, und i gang jedesmol ins Konzärt, wemme Beethove spielt.› Darauf Herr Oswald: ‹He nu, jetze kunnt jo derno d’Eroica.› Der Beethovenverehrer: ‹So, was singt si?›» Diese Anekdote entlarvt einen ahnungslosen Konzertgänger, der nur Konzerte besucht, wenn bekannte Werke von Beethoven gespielt werden oder wenn ein Star auftritt.

Den Star an der Geige präsentieren wir Ihnen mit Michael Barenboim, ein Paradestück von Beethoven – diesmal – nicht: Wir möchten die Neugier in Ihnen wecken, denn auf dem Programm steht mit Suters Violinkonzert ein grossartiges Werk eines weitgehend vergessenen Schweizer Komponisten. Ihm an die Seite gestellt wird – wie bei der zweiten Aufführung des von Suter selbst dirigierten Violinkonzerts – Antonio Vivaldis Concerto Grosso in a-Moll.

Dieser eigenwilligen Gegenüberstellung eines spätromantischen und eines hochbarocken Stückes setzen wir noch eins obendrauf: Nach Beethovens Tod entbrannte in der Musikwelt ein erbitterter Streit darüber, ob die Zukunft der tönenden Kunst in der «reinen» absoluten Instrumentalmusik oder in der erzählenden Programmmusik liege. Und so stellen wir den beiden Werken von Suter und Vivaldi mit dem «Sommernachtstraum» von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem «Le Livre d’Images» des Genfer Komponisten mit amerikanischen Wurzeln George Templeton Strong zwei Kompositionen entgegen, die geprägt sind von ihrer bildhaften Musiksprache wie von ihrem programmatischen Inhalt.

Besetzung

MICHAELBARENBOIM, Violine
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER,
Leitung

Konzertprogramm

ANTONIO VIVALDI (1678–1741)
Concerto Grosso in a-Moll op. 3 Nr. 6

HERMANN SUTER (1870-1926)
Violinkonzert A-Dur op. 23

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)
Ein Sommernachtstraum (Auszüge)

GEORGE TEMPLETON STRONG (1856–1948)
Le Livre d’Images, Suite No. 3

Spielort

Stadtcasino

Basel

Anfahrt

MIT DEM ÖV
Vom Hauptbahnhof Basel zu Fuss ca. 10 Minuten
Tramlinien 3 / 6 / 8 / 11 / 14 / 15 / 16 / 17 bis «Barfüsserplatz»

MIT DEM AUTO
Parking Kunstmuseum Basel

Barrierefreiheit

ROLLSTUHLGÄNGIG
Das Stadtcasino Basel ist komplett rollstuhlgängig. Im Musiksaal wie auch im Hans Huber-Saal gibt es Plätze für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer in verschiedenen Kategorien. Sitzplätze für Begleitpersonen sind in unmittelbarer Nähe zu den Rollstuhlplätzen vorhanden.
Rollstuhlplätze können, je nach Verfügbarkeit, direkt bei den jeweiligen Veranstaltern gekauft werden.
Die entsprechenden sanitären Anlagen befinden sich im 1. Untergeschoss und sind mit dem Fahrstuhl erreichbar.

HÖRBEHINDERUNG
Die Plätze im Parkett des Musiksaals und des Hans Huber-Saals sind mit einer Induktionsschleife versehen.
Personen mit Hörgeräten können damit verstärkte Musik und Wortbeiträge drahtlos empfangen, sofern das eigene Hörgerät mit einem entsprechenden Empfangsgerät ausgestattet ist.
Bitte entnehmen Sie den Saalplänen vom Musiksaal und vom Hans Huber-Saal, die Sitzplätze mit idealem Wirkungsbereich der Höranlage.

SEHBEHINDERUNG
Begleithunde dürfen in beide Säle mitgebracht werden. Begleithunde dürfen aber auch gerne an der Garderobe auf die Besitzer:innen warten. Falls jemand Hilfe für den Zugang in den Saal benötigt, steht hierfür die Abendspielleitung gerne zur Verfügung.

Garderobe

Sie können Ihre Mäntel und Jacken gerne kostenlos an den dafür vorgesehenen Garderoben abgeben. Diese befinden sich im 1. Untergeschoss sowie im 1. Obergeschoss.

Handtaschen und Rucksäcke bis zu einer Grösse von 30 x 42 cm (A3) dürfen mit in den Saal genommen werden. Alle grösseren Taschen und Gepäckstücke, sowie andere sperrige Gegenstände müssen abgegeben werden. Instrumente, Kinderwagen, Stockschirme, etc. werden ebenfalls gerne an den Garderoben für Sie aufbewahrt.

Haustiere jeglicher Art sind im Stadtcasino Basel nicht erlaubt. Eine Ausnahme bilden Blindenführ- sowie Assistenzhunde.

Rollatoren dürfen in unmittelbarer Nähe der Saaltüren abgestellt werden. Das Saalpersonal hilft Ihnen gerne.

Abendkasse

Einlass

Die Türen des Stadtcasino Basel öffnen jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn; die Säle 30 Minuten davor.

Ermässigungen

Michael Barenboim, Violine

Nach seinem Auftritt mit Schönbergs Violinkonzert in der Kölner Philharmonie unter Pierre Boulez gab es für Michael Barenboim (*1985) kein Halten mehr. In Folge des gefeierten Konzerts debütierte er bei den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim, dem Chicago Symphony Orchestra unter Asher Fisch, dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta und den Berliner Philharmonikern unter Vasily Petrenko. Seitdem gab und gibt er Rezitale an renommierten Häusern auf der ganzen Welt. So unter anderem an der Elbphilharmonie, dem Sydney Opera House, der Wigmore Hall und dem Teatro San Carlo di Napoli. Mit ausgesuchten Werken von Pierre Boulez gastierte er an der Berliner Philharmonie, der Carnegie-Hall, dem Konzerthaus Dortmund, dem Barbican Centre London, an der Opéra National de Paris und bei den Salzburger Festspielen.

Als Mitglied des Boulez-Ensembles war und ist er regelmässig an Uraufführungen beteiligt. Unter anderem bei Kompositionen von Jörg Widmann, Kareem Rouston und vielen anderen. An der Barenboim-Said-Akademie ist er Professor für Violine und Ensemblespiel und seit 2020 Dekan. Mit ausgewählten Mitmusikern des West-Eastern Divan Orchestras hat Michael Barenboim im selben Jahr das West-Eastern Divan Ensemble gegründet. Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie war das Ensemble mit 13 Konzerten in den USA auf Tour. Zu Michael Barenboims letzten Solo-Debüts vor dem Lockdown zählen: Alban Bergs Violinkonzert mit dem Royal Liverpool Philharmonic unter Robert Trevino und ein Konzert der Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel mit Mozarts B-Dur Violinkonzert.

Auf seinem ersten Solo-Album stehen Kompositionen von Bach und Bartók neben Pierre Boulez’ «Anthèmes 1 & 2». Anfang 2018 folgte eine CD mit Werken von Tartini, Berio, Paganini und Sciarrino. Für die «Deutsche Grammophon» hat Michael Barenboim Klavierquartette und -trios von Mozart, sowie die gesamten Beethoven-Klaviertrios eingespielt – gemeinsam mit Kian Soltani und Daniel Barenboim.

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