Sun
14.5.23 19:30
Uhr
Zürich
Tonhalle

Swiss Dreams

alle konzerte
Tour #
6

Über das Programm

Er war einer der bedeutendsten Komponisten der Schweiz und hat das Musikleben nachhaltig geprägt: Hermann Suter. Als Dirigent stand er dem Basler Gesangverein vor und leitete über 20 Jahre lang bis kurz vor seinem überraschenden Tod 1926 die Konzerte der Allgemeinen Musikgesellschaft. Neben dem Dirigat lag daher auch die programmatische Zusammenstellung der aufgeführten Werke in seinem Aufgabengebiet. Bekannt für seine ungewöhnliche und originelle Auswahl, veröffentlichte er einen Aufsatz «Über Programm-Aufstellung in den Sinfoniekonzerten». Dort erzählt er in breitem baseldeutsch anekdotisch eine Geschichte, die sich zwischen seinem Freund Matthias Oswald und einem unbekannten Beethoven-Fan abgespielt haben soll: «Ein Beethovenverehrer sagt zu Herrn Oswald: ‹Worum spiele Sie aigetlig eso wenig Beethove? Das isch doch die scheensti Musig wo’s git; i kenn alles von em, und i gang jedesmol ins Konzärt, wemme Beethove spielt.› Darauf Herr Oswald: ‹He nu, jetze kunnt jo derno d’Eroica.› Der Beethovenverehrer: ‹So, was singt si?›» Diese Anekdote entlarvt einen ahnungslosen Konzertgänger, der nur Konzerte besucht, wenn bekannte Werke von Beethoven gespielt werden oder wenn ein Star auftritt.

Den Star an der Geige präsentieren wir Ihnen mit Michael Barenboim, ein Paradestück von Beethoven – diesmal – nicht: Wir möchten die Neugier in Ihnen wecken, denn auf dem Programm steht mit Suters Violinkonzert ein grossartiges Werk eines weitgehend vergessenen Schweizer Komponisten. Ihm an die Seite gestellt wird – wie bei der zweiten Aufführung des von Suter selbst dirigierten Violinkonzerts – Antonio Vivaldis Concerto Grosso in a-Moll.

Dieser eigenwilligen Gegenüberstellung eines spätromantischen und eines hochbarocken Stückes setzen wir noch eins obendrauf: Nach Beethovens Tod entbrannte in der Musikwelt ein erbitterter Streit darüber, ob die Zukunft der tönenden Kunst in der «reinen» absoluten Instrumentalmusik oder in der erzählenden Programmmusik liege. Und so stellen wir den beiden Werken von Suter und Vivaldi mit dem «Sommernachtstraum» von Felix Mendelssohn Bartholdy und dem «Le Livre d’Images» des Genfer Komponisten mit amerikanischen Wurzeln George Templeton Strong zwei Kompositionen entgegen, die geprägt sind von ihrer bildhaften Musiksprache wie von ihrem programmatischen Inhalt.

Das Konzert vom 14. Mai 2023 in der Tonhalle Zürich wurde von Radio SRF 2 Kultur mitgeschnitten und wird am 2. Juli 2023 um 16:00–17:30 Uhr in der Sendung «Im Konzertsaal» ausgestrahlt.

Besetzung

MICHAELBARENBOIM, Violine
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER,
Leitung

Konzertprogramm

ANTONIO VIVALDI (1678–1741)
Concerto Grosso in a-Moll op. 3 Nr. 6

HERMANN SUTER (1870-1926)
Violinkonzert A-Dur op. 23

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847)
Ein Sommernachtstraum (Auszüge)

GEORGE TEMPLETON STRONG (1856–1948)
Le Livre d’Images, Suite No. 3

Spielort

Tonhalle

Zürich

Anfahrt

MIT DEM ÖV
Tramlinien 6, 7, 8, 13, 17 bis Haltestelle Stockerstrasse
Tramlinien 2, 5, 8, 9, 11 bis Haltestelle Bürkliplatz
Buslinien 161, 165 bis Haltestelle Bürkliplatz

MIT DEM AUTO
Parkgarage Bleicherweg
Parkhaus Park Hyatt Zürich

Barrierefreiheit

Die Tonhalle Zürich ist barrierefrei zugänglich. Das Saalgeschoss der Grossen und Kleinen Tonhalle ist über einen Lift erreichbar, welcher sich zwischen Eingangshalle und Vestibül auf der linken Seite befindet.

PARKPLÄTZE
Es gibt 8 Parkplätze für Menschen mit Rollstuhl an der Gotthardstrasse, 6 davon befinden sich direkt rechts vom Eingang zur Tonhalle Zürich (Eingang T) und 2 davon auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

ROLLSTUHLPLÄTZE
In der Grossen Tonhalle stehen 8 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
In der Kleinen Tonhalle stehen 3 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
Begleitpersonen erhalten ein kostenloses Billett.
Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

SEHBEEINTRÄCHTIGUNGEN
Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die mit einer Begleitperson anreisen, erhalten für die Begleitperson ein kostenloses Billett. Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die ohne Begleitperson anreisen, werden auf Wunsch von einem Mitarbeitenden der TGZ vom Eingang zum Sitzplatz begleitet und nach dem Konzert wieder abgeholt. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

FÜHR- ODER ASSISTENZHUNDE
Führhunde können während des Konzertes sicher und komfortabel in einer Hundebox bei der Garderobe untergebracht werden. Für dieMitnahme von Assistenzhunden kontaktieren Sie bitte das Team der Billettkasse, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

Garderobe

Abendkasse

Einlass

Ermässigungen

Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sowie Kulturlegi-Inhaber*innen erhalten 50% Ermässigung.

Michael Barenboim, Violine

Nach seinem Auftritt mit Schönbergs Violinkonzert in der Kölner Philharmonie unter Pierre Boulez gab es für Michael Barenboim (*1985) kein Halten mehr. In Folge des gefeierten Konzerts debütierte er bei den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim, dem Chicago Symphony Orchestra unter Asher Fisch, dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta und den Berliner Philharmonikern unter Vasily Petrenko. Seitdem gab und gibt er Rezitale an renommierten Häusern auf der ganzen Welt. So unter anderem an der Elbphilharmonie, dem Sydney Opera House, der Wigmore Hall und dem Teatro San Carlo di Napoli. Mit ausgesuchten Werken von Pierre Boulez gastierte er an der Berliner Philharmonie, der Carnegie-Hall, dem Konzerthaus Dortmund, dem Barbican Centre London, an der Opéra National de Paris und bei den Salzburger Festspielen.

Als Mitglied des Boulez-Ensembles war und ist er regelmässig an Uraufführungen beteiligt. Unter anderem bei Kompositionen von Jörg Widmann, Kareem Rouston und vielen anderen. An der Barenboim-Said-Akademie ist er Professor für Violine und Ensemblespiel und seit 2020 Dekan. Mit ausgewählten Mitmusikern des West-Eastern Divan Orchestras hat Michael Barenboim im selben Jahr das West-Eastern Divan Ensemble gegründet. Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie war das Ensemble mit 13 Konzerten in den USA auf Tour. Zu Michael Barenboims letzten Solo-Debüts vor dem Lockdown zählen: Alban Bergs Violinkonzert mit dem Royal Liverpool Philharmonic unter Robert Trevino und ein Konzert der Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel mit Mozarts B-Dur Violinkonzert.

Auf seinem ersten Solo-Album stehen Kompositionen von Bach und Bartók neben Pierre Boulez’ «Anthèmes 1 & 2». Anfang 2018 folgte eine CD mit Werken von Tartini, Berio, Paganini und Sciarrino. Für die «Deutsche Grammophon» hat Michael Barenboim Klavierquartette und -trios von Mozart, sowie die gesamten Beethoven-Klaviertrios eingespielt – gemeinsam mit Kian Soltani und Daniel Barenboim.

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