Brilliantly Swiss
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Über das Programm
Am 8. Februar 1935 sah sich der in Wien geborene, österreichisch-amerikanische Komponist und Violinist Fritz Kreisler zu einer skandalumwitterten Stellungnahme in der New York Times genötigt: «Die Umstände zwangen mich vor rund 30 Jahren zu dieser Vorgehensweise, als ich meine Konzertprogramme erweitern wollte. Es schien mir ungebührlich und taktlos, meinen Namen auf den Programmen unaufhörlich zu wiederholen.» Was war passiert? Das Wunderkind Kreisler, das zum Stargeiger des beginnenden und mittleren 20. Jahrhunderts avancierte, hatte nach eigenen Angaben Notenmanuskripte alter, damals unbekannter Komponisten wie Gaetano Pugnani, François Couperin oder Antonio Vivaldi erworben. Diese «arrangierte» Kreisler für Geige, liess die Noten drucken und spielte die Werke in seinen Konzerten. Erst der Musikkritiker Olin Downes deckte auf, dass viele der angeblich barocken Werke in Wahrheit aus der Feder von Kreisler selbst stammten: Sie waren Fälschungen – der Klassikskandal, der einmal um die Welt ging, war perfekt.
Was viele als amüsanten Scherz empfanden, stiess einigen Kritikern, insbesondere Ernest Newman, sauer auf: «Wie einfach es ist und immer war, diese Art von Musik zu schreiben. […] Jeder, der auch nur das geringste bisschen Musik in sich trägt und die geringste Kenntnis der Epoche hat, könnte so etwas jeden Morgen mit der Hand produzieren, die er nicht zum Rasieren benötigt.» Der Beliebtheit von Kreislers Kompositionen tut dies, wie im Konzert mit dem Swiss Orchestra und dem Shootingstar Sebastian Bohren an der Violine zu hören ist, keinen Abbruch: Bohren präsentiert unter anderem Kreislers, zunächst Pugnani zugeschriebenes, «Präludium und Allegro» und Stücke im Wiener Stil wie das beliebte «Liebesfreud» neben Giuseppe Tartinis virtuoser «Teufelstriller-Sonate» und Paul Juons «Berceuse».
Mit den «5 Stücken» des in Graubünden verwurzelten Komponisten Paul Juon sowie einem Choral des in Genf gross gewordenen George Templeton Strong erklingen ausserdem zwei wenig bekannte spätromantische Kompositionen aus der Schweiz. Das Markenzeichen des Swiss Orchestra ist es, zu Unrecht in Vergessenheit geratene Werke der Schweizer Klassik und Romantik wiederzuentdecken und mit berühmten Kompositionen zu kombinieren. Und so rundet Edvard Griegs beliebte «Holberg-Suite» das vielfältige Konzertprogramm ab.
Besetzung
SEBASTIAN BOHREN, Violine
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
PAUL JUON (1872 – 1940 VEVEY)
5 Stücke für Streichorchester op. 16
4 Stücke für Violine und Orchester op. 28 Nr. 3 Berceuse
GIUSEPPE TARTINI (1692–1770)
Sonate in g-Moll «Teufelstriller» (Arrangement von Fritz Kreisler)
FRITZ KREISLER (1875–1962)
Präludium und Allegro
Variationen über ein Thema von Corelli
«Liebesfreud»
«Schön Rosmarin»
EDVARD GRIEG (1843–1907)
Holberg Suite op. 40
GEORGE TEMPLETON STRONG (1856 – 1948GENF)
Chorale on a Theme of Leo Hassler
JOHANN STRAUSS (SOHN,1825–1899) UND
JOSEFSTRAUSS (1827–1870)
Pizzicato-Polka
JOHANN STRAUSS (VATER,1804–1849)
Radetzky-Marsch
Kunsthaus
Zürich
Anfahrt
MIT DEM ÖV
Tramlinien 3, 5 und 9 sowie Bus 31 bis Haltestelle Kunsthaus
MIT DEM AUTO
Parkhaus Hohe Promenade
Öffentliche Parkplätze am Hirschgraben und beim Obergericht Zürich
Barrierefreiheit
PARKPLATZ FÜR MENSCHEN MIT MOBILITÄTSBEHINDERUNG
Beim Chipperfield-Bau an der Kantonsschulstrasse 4 finden Sie 2 Kunsthaus-Parkplätze
ROLLSTUHL
Rollstuhlplätze können bis eine Woche vor dem Konzert über info@swissorchestra.ch gebucht werden
Garderobe
Abendkasse
Einlass
Ermässigungen
ZKG-Mitglieder
Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sowie Kulturlegi-Inhaber*innen
Die internationale Presse lobt das Spiel des Schweizer Geigers Sebastian Bohren für seine «erfrischende Direktheit» (Guardian), «Charme und Eleganz» (The Strad) und «Bravour» (Sunday Times). In seiner Schweizer Heimat arbeitet Sebastian Bohren regelmässig mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, Sinfonieorchester Basel, Luzerner Sinfonieorchester, Orchestra della Svizzera italiana, Musikkollegium Winterthur, Zürcher Kammerorchester, Kammerorchester Basel oder den Festival Strings Lucerne zusammen. Auf internationalen Bühnen steht er u. a. mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Münchener Kammerorchester. Er arbeitet mit Dirigenten wie Cristian Macelaru, Emmanuel Tjeknavorian, Jan Willem de Vriend, Michael Sanderling, Christoph Eschenbach und Heinz Holliger zusammen. Sebastian Bohrens kulturelles Engagement bewegte ihn 2023 zur Gründung des Brugg Festivals, das jeweils in der ersten Septemberwoche mit klassischer Musik der Topklasse aufwartet. Darüber hinaus ist er künstlerischer Leiter der Konzertreihe Stretta Concerts, die in jeder Saison Orchester aus ganz Europa nach Brugg einlädt. Sebastian Bohren spielt eine 1761 in Parma von Giovanni Battista Guadagnini gebaute Violine, die «Ex-Wanamaker-Hart».
Für alle, die Schweizer Sinfonik nicht nur hören, sondern
leben
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