Fest der Musik
CHF
105 / 90 / 75 / 60 / 45

Über das Programm
Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und Philologe, schrieb 1888 eines der schärfsten und unterhaltsamsten Pamphlete der Musikgeschichte. Es handelt von seinem ehemaligen, einst hoch geschätzten Freund Richard Wagner. Und es ist eine charmante Untertreibung, wenn Nietzsche das Vorwort seiner knapp sechzigseitigen Abrechnung beginnt mit: «Ich mache mir eine kleine Erleichterung.» Denn er zerpflückt den Komponisten und dessen Musik in «Der Fall Wagner. Ein Musikanten-Problem» nach allen Regeln der Kunst – oder sollte man in diesem Zusammenhang eher etwas flapsiger formulieren: nach Strich und Faden? Der Orchesterklang sei «künstlich» und «brutal», Wagners Kunst ein Zaubertrick, Wagner selbst eine «kluge Klapperschlange»: «Er ist der Meister hypnotischer Griffe, er wirft die Stärksten noch wie Stiere um.» Als positives Gegenbeispiel zieht Nietzsche – der Kenner möchte sagen: ausgerechnet – Georges Bizets Oper «Carmen» heran. Hier werde der einst glühende Wagnerianer beim Hören nicht nur ein «besserer Philosoph», sondern gar ein «besserer Mensch». Die Musik beschreibt er als leicht, liebenswürdig, reich, heiter. Sie «schwitzt nicht», die Bizet’sche Luft sei – bildhaft gesprochen – trocken, rein und klar, die Musik symbolisiere eine Rückkehr zu «Natur, Gesundheit, Heiterkeit, Jugend, Tugend».
Doch was hat das alles mit dem Konzert des Swiss Orchestra zu tun? Zunächst einmal werden mit Franz Waxmans «Carmen-Fantasie» für Violine und Streichorchester die schönsten Melodien aus Bizets Oper auf die Konzertbühne gebracht. Und nicht nur das dürfte den Philosophen freuen. Denn auch grosse Teile des weiteren Programms könnten Nietzsches Vorstellung von guter Musik (die – nebenbei gesagt – in seinem Frühwerk noch ganz anders aussah) entgegenkommen, denn es geht naturverbunden, heiter und jugendlich zu und her: Da sind mit Hans-Jürg Sommers «Alp-Sommer» und mit Leopold Mozarts «Sinfonia Pastorella» zunächst zwei naturnahe Stücke für die ungewöhnliche Besetzung Alphorn (Lisa Stoll) und Streichorchester. Von der norwegischen Volksmusik und einer tiefgründigen, stimmungsvollen Harmonik geprägt sind die «Zwei nordischen Weisen» für Streichorchester von Edvard Grieg. Alexey Shors Violinkonzert (Solo: Yuki Hirano) verbindet virtuose Passagen mit jugendlicher Heiterkeit. Ganz anders ist die Stimmung in Samuel Barbers «Adagio for Strings», das von den Hörer*innen der BBC zum traurigsten klassischen Musikstück gewählt worden ist. – Doch solch ein kleiner Kontrapunkt wird ja auch Nietzsches Ohren wohl nicht schaden.
Besetzung
LISA STOLL, Alphorn
YUKI HIRANO, Violine
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
EDVARD GRIEG
Zwei nordische Weisen für Streichorchester op. 63
LEOPOLD MOZART
Sinfonia Pastorella in G-Dur für Alphorn und Streichorchester
HANS-JÜRG SOMMER
«Alp-Sommer» für Alphorn und Streichorchester op. 222
ALEXEY SHOR
Violinkonzert Nr. 6 «Carpe Diem»
FRANZ WAXMAN
Carmen-Fantasie für Violine und Streichorchester
SAMUEL BARBER
Adagio for Strings
Das Konzert findet im Rahmen des «Fest der Musik» statt, an dem tagsüber Darbietungen verschiedener Stile Andermatt Reussen mit Musik erfüllen. Kooperationspartner:

Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Lisa Stoll entdeckte als 10-jähriges Mädchen das Alphorn und ihre Leidenschaft zur Blasmusik. In der Volksmusik verwurzelt, pflegt Lisa diese Stilrichtung bis heute in ihren Konzerten. Gleichzeitig tritt sie in unterschiedlichsten Formationen auf – etwa mit Orgel, Gesang, Blasorchester, Streichern, Sinfonieorchester, Big Band usw. Damit zeigt sie eindrücklich, wie vielseitig das Alphorn eingesetzt werden kann: von klassisch über modern bis hin zu popigen Klängen. Lisa Stoll gilt national wie international als «Swisslady» am Alphorn und als musikalische Botschafterin der Schweiz. Ihre Auftritte führten sie bereits in zahlreiche Länder und Städte, darunter Dubai, Kuwait, London, China, Moskau, Japan, Sri Lanka und Florida, sowie in renommierte Konzertsäle wie das KKL Luzern, das Concertgebouw in Amsterdam, die Berliner Philharmonie, die Tonhalle Zürich, das LAC Lugano oder die Elbphilharmonie Hamburg.
Yuki Hirano, 2004 geboren und aufgewachsen in Sapporo (Japan), zählt zu den vielversprechendsten Geigerinnen ihrer Generation. Mit dem Violinspiel begann sie im Alter von fünf Jahren. 2025 gewann sie den Ersten Preis der 7. Jascha Heifetz International Violin Competition in Litauen. Im selben Jahr errang sie den Ersten Preis der Vienna Classic Violin Competition, was zu ihrem Auftritt im Grand Final in Dubai führte, wo sie mit mehreren Orchestern auftrat und weitere Auszeichnungen erhielt. Als Solistin trat sie bereits mit Orchestern wie dem Tokyo City Philharmonic Orchestra, Gunma Symphony Orchestra, Armenian State Symphony Orchestra, Madrid Philharmonic Orchestra, Transylvania State Philharmonic Orchestra und Lithuanian National Symphony Orchestra auf. Sie spielt auf einer Violine von Nicolò Gagliano (1764), die ihr im Rahmen des Kulturprojekts «Tora ni Tsubasa» grosszügig zur Verfügung gestellt wird.
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