Pacific Quartet Vienna
CHF
85 / 75 / 60 / 45 / 35

Über das Programm
Vier Jahreszeiten, vier Elemente, vier Himmelsrichtungen – die Zahl vier ist seit jeher prägend für die Menschheit und steht – im Gegensatz zur göttlichen Dreifaltigkeit – für die irdische Ordnung: Vier kann einfach geteilt und wieder zusammengefügt werden; die Eckpunkte eines Quadrats stehen stets in Beziehung; und auch beim Streichquartett stehen vier Musiker*innen zueinander in Verbindung, die spielend miteinander kommunizieren – gleich einem Gespräch mit vier individuellen Stimmen.
Das Streichquartett verlangt aufgrund seiner Transparenz aussergewöhnlich hohe spielerische und musikalische Qualität, durch die intime Besetzung steht der musikalische Ausdruck ganz im Mittelpunkt. Möglicherweise machte dies das Streichquartett zur Königsdisziplin der Kammermusik. Das «Jagdquartett» von Wolfgang Amadeus Mozart gehört jedenfalls zu den Höhepunkten dieser Gattung: Seinen Beinamen erhielt das Stück durch die fanfarenartigen Klänge des ersten Satzes, in dem zunächst die Geigen, dann auch die Bratsche Jagdhörner imitieren. Der anschliessende zweite und der abschliessende vierte Satz geben sich hingegen tänzerisch-heiter. Doch über allem strahlt das Adagio des dritten Satzes: Hier scheinen die vier Stimmen tatsächlich zu sprechen, zu singen, gleich einer Opernarie wehmütig zu klagen: allein, im Duett und zu viert.
Bei Antonín Dvořák und Robert Schumann hingegen ist anderes zu hören. Schumann hatte zwar auch Mozarts Kammermusik intensiv studiert, doch sind in seinem Opus 41 Nr. 2 deutlichere Anklänge an Beethoven zu erkennen. So geht es im ersten Satz elegant und klangschön zu, gefolgt von artifiziellen Variationen im zweiten und unruhigem Melodieverlauf im dritten Satz. Schumanns letzter Quartettsatz schliesst heiter mit einem Beethoven-Zitat aus dessen Liederzyklus «An die ferne Geliebte». Dvořák verzichtet in seinen «Bagatellen» auf die Bratsche und lädt stattdessen das Harmonium ein. Der pragmatische Grund: In den Räumen des Kammermusikvereins, für den das Werk geschrieben wurde, stand nun mal ein ebensolches Instrument – und wollte genutzt werden. In Andermatt wird der Part von der Akkordeonistin Olivia Steimel übernommen, die zum Abschluss des Konzerts auch den Tango Sensations von Astor Piazzolla zu ihrem unverwechselbaren Klang verhilft.
Besetzung
PACIFIC QUARTET VIENNA
YUTA TAKASE, Violine
SIMON WIENER, Violine
CHIN-TING HUANG, Viola
SARAH WEILENMANN, Violoncello
OLIVIA STEIMEL, Akkordeon
Konzertprogramm
WOLFGANG AMADEUS MOZART:
Streichquartett B-Dur KV 458 «Jagdquartett»
ANTONÍN DVOŘÁK:
Bagatellen op. 47 für zwei Violinen, Violoncello und Akkordeon
ROBERT SCHUMANN:
Streichquartett F–Dur op. 41 Nr. 2
ASTOR PIAZZOLLA:
Five Tango Sensations
- 16.30Türöffnung
- 17.00Konzert (inkl. Pause)
- 19:00ungefähres Konzertende
Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Yuta Takase, Violine
Simon Wiener, Violine
Chin-Ting Huang, Viola
Sarah Weilenmann, Violoncello
Ihre Leidenschaft für die Königsdisziplin der Kammermusik, das Streichquartett, bewog die vier Musiker*innen zur Gründung des international bekannten Pacific Quartet Vienna, das in Wien und Zürich beheimatet ist. Mit seinem feinfühligen, warmen Klang begeistert das Quartett weltweit sein Publikum. Verschiedene Schwerpunkte prägen das Schaffen: So entwickelt das Quartett regelmässig auf Museen zugeschnittene Konzertprogramme mit Schwerpunkt zeitgenössische Musik. Seit der Gründung setzt sich das Quartett intensiv mit der Interpretation der Werke der Wiener Klassik auseinander und engagiert sich ausserdem für interkulturelle Austauschprogramme zwischen Europa (Schweiz/Österreich) und Asien (Japan/Taiwan). Ausgedehnte Tourneen führten in den letzten Jahren in diese Länder. Zu den Highlights der vergangenen Konzertsaisons zählten u. a. Konzerte im Musikverein (Wien), in der Wigmore Hall (London) und im Brucknerhaus Linz, sowie Auftritte im Rahmen von renommierten Festivals wie der Styriarte (Graz), dem Wien Modern, dem Trame Sonore Mantova Chamber Music Festival, den Haydn Festspielen Burgenland, dem Kalkalpen Festival oder dem Lucerne Festival. Mehrere CD- und Rundfunkaufnahmen mit den Labels Gramola und Solo Musica, dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF sowie Ö1 runden die Arbeit des Quartettes ab. 2015 gewann das PQV den 1. Preis, den Publikumspreis und den Preis für die beste Interpretation eines Werkes von Joseph Haydn am 6. Internationalen Joseph Haydn Kammermusikwettbewerb in Wien. Des Weiteren gewann das Quartett 2016 den August Pickhardt Preis der Stadt Basel und 2017 den New Sound of Austrian Music Preis 2018/19.
Olivia Steimel ist eine vielseitige Akkordeonsolistin und leidenschaftliche Kammermusikerin. Ihre künstlerische Tätigkeit umfasst regelmässige Uraufführungen, CD-Aufnahmen und internationale Rundfunk- und Festivalauftritte, die sie nach Europa, Brasilien, Georgien, Russland und Kanada führen, z.B. Wien Modern, ECLAT Stuttgart und Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Als Solistin konzertierte sie mit dem Kammerorchester Basel und den Augsburger Philharmonikern und gastierte u.a. bei musicAeterna, Ensemble Phoenix, Ensemble Aventure, Sinfonieorchester Basel. Mit dem Trio SÆITENWIND und dem Duo Steimel-Mücksch wurde sie vielfach ausgezeichnet – z.B. beim internationalen Akkordeonwettbewerb Castelfidardo (1. Preis), Concours Nicati Bern und beim Karlsruher Wettbewerb für die Interpretation zeitgenössischer Musik. Sie studierte in Würzburg, Basel und Weimar und schloss mit dem Konzertexamen ab. Von 2019 bis 2023 unterrichtete sie an der Hochschule für Musik Würzburg. In der Spielzeit 2024/2025 war sie Artist in Residence am Staatstheater Augsburg.
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