Saisondebüt 2024/25
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Über das Programm
«Die Macht des Schicksals» poltert schon in den ersten sechs Schlägen der Oper «La forza del destino» gegen die Tür: In Blech und tiefem Fagott erklingt dreimal hintereinander ein drohendes «e», das nach einem kurzen Atemzug mit derselben Bedeutungsschwere wiederholt wird. Sodann ergiessen sich die Streicher in den Klangraum: Ein dramatisch-drängendes Motiv, unterbrochen erneut von schicksalhaften Blechtönen, wandelt sich in schwermütig-sehnsuchtsvolle Melodien, die den Inhalt der Oper vorweghören lassen: Liebe, Unrecht, Unfall, Flucht, Rache und Tod. Bereits bei der Uraufführung 1862 in Sankt Petersburg ein voller Erfolg, erklang die Oper dort noch ohne die prägnante Ouvertüre – Verdi komponierte sie erst einige Jahre später für eine neue Fassung: Seit der Premiere an der Mailänder Scala 1869 entfaltet sich nun schon in den ersten Takten die volle musikalische Dramatik des Opernwerks.
Weniger das Schicksal als die Macht der Hypnose verhalf Sergej Rachmaninow dazu, sein 2. Klavierkonzert zu erschaffen: Nachdem seine 1. Sinfonie 1897 bei Publikum und Kritikern durchgefallen war, brachte ihr sensibler Urheber daraufhin fast drei Jahre lang kaum eine Note zu Papier. Die Rettung schien in den hypnotischen Fähigkeiten eines Moskauer Psychotherapeuten zu liegen: «‹Du wirst dein Konzert schreiben… Du wirst mit großer Leichtigkeit arbeiten… Das Konzert wird von exzellenter Qualität sein…› Es waren immer dieselben Worte, ohne Unterbrechung.» beschreibt der Patient seine Sitzungen. Und tatsächlich: 1901 vollendete Rachmaninow sein 2. Klavierkonzert – ein wahrhaft herausragendes Werk, gewidmet dem Arzt, ohne den diese Musik, glaubt man der Legende, wohl nie entstanden wäre.
Die Macht der Heimatliebe muss für den Schweizer Komponisten und Musikpädagogen Hans Huber steter Antrieb gewesen sein: Seinem langjährigen Wohnsitz Basel verhalf er durch sein Wirken in Musikschule und Gesangverein sowie durch Gründung des Schweizerischen Tonkünstlervereins und des Basler Konservatoriums zur Anerkennung als wichtige Musikstadt. Dass Huber während seines umfassenden Engagements auch komponierte und 1880 mit der «Tell-Symphonie» ein Urbild der Schweiz in Tönen schuf, zeugt von wahrer Musik- und Heimatliebe.
Besetzung
OLGA SCHEPS, Klavier
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
GIUSEPPE VERDI
Ouvertüre zu «La forza del destino»
SERGEJ RACHMANINOW
Konzert für Klavier Nr. 2 c-Moll op. 18
HANS HUBER
Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 63 («Tell-Sinfonie»)
- 18:30Türöffnung
- 19:30Konzert (inkl. Pause)
- 21:30ungefähres Konzertende
Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Olga Scheps, Tochter ukrainischer Pianisten, in Russland geboren und seit 1992 in ihrer heutigen Wahlheimat Deutschland lebend, steht für grosse Klangkultur, intensive Ausdrucksstärke und einen Sinn fürs Erzählerische. Bereits im Alter von 4 Jahren entdeckte sie das Klavierspiel für sich und wurde früh von Klaviergrössen wie Alfred Brendel gefördert. Namhafte Dirigenten wie Thomas Dausgaard, Lorin Maazel, José Serebrier, Marcus Bosch, Tugan Sokhiev, Simone Young, Markus Poschner und Pablo Heras-Casado luden Olga Scheps zur Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern wie dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, dem Warsaw Philharmonic Orchestra, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Royal Scottish National Orchestra, der Russischen Staatskapelle Moskau, der Staatskapelle Weimar, dem Zürcher Kammerorchester, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse oder der Prague Philharmonia ein.
Olga Scheps konzertiert mit grossem Erfolg in weltbekannten Konzerthäusern wie der Philharmonie Berlin, Elbphilharmonie, Kölner Philharmonie, Alten Oper Frankfurt, Tonhalle Zürich, Tonhalle Düsseldorf, Cadogan Hall London, Suntory Hall in Tokyo und dem Wiener Konzerthaus. Bei den renommierten Festivals in Deutschland und der Schweiz ist sie ein gefragter Gast und spielt leidenschaftlich gerne in kammermusikalischen Formationen. Sie ist Exklusivkünstlerin bei Sony Classical. Ihr Debütalbum Chopin gewann 2009 einen Echo Klassik. Es folgten die Einspielungen Russian Album (2010), Schubert (2012), Vocalise (2015) sowie eine Aufnahme von Chopins Klavierkonzerten Nr. 1 und 2 mit dem Stuttgarter Kammerorchester. 2021 veröffentlichte sie Family. Das Album verbindet berühmte klassische Werke mit neuen Klavierarrangements bekannter Melodien und Soundtracks sowie bisher unveröffentlichter Kompositionen von Schiller (Christopher von Deylen), Chilly Gonzales und von Olga Scheps selbst. Seit 2013 gehört sie offiziell zu den Steinway Artists.
Für alle, die Schweizer Sinfonik nicht nur hören, sondern
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