Sat
7.6.25 19:30
Uhr
Andermatt
Konzerthalle

Schatzkammer Schweizer Sinfonik

alle konzerte
Tour #

Über das Programm

Das Verhältnis zwischen der Schweiz und Deutschland ist zuweilen etwas kompliziert: Mal bezeichnen die Schweizer*innen das nördliche Nachbarland vereinnahmend als «grossen Kanton», mal sorgen sie sich um ihre Unabhängigkeit und tendieren zu Minderwertigkeitsgefühlen gegenüber dem Deutschen. Und doch verbindet die beiden Nationen ein kultureller Austausch mit langer Tradition. So wurden nicht nur deutsche Dichter und Künstler von der Schönheit der Schweiz inspiriert, auch die Wege von Komponisten beider Länder kreuzten sich, sodass deren Biografien teilweise eng verwoben sind. Im Konzert «Schatzkammer Schweizer Sinfonik» begegnen sie sich nun wieder.

Der politisch verfolgte und zeitweise im Schweizer Exil lebende Richard Wagner und der Lachener Komponist Joachim Raff kannten sich persönlich gut, schrieben sich Briefe, standen aber gleichzeitig in ambivalentem Verhältnis zueinander, insbesondere nach Erscheinen von Raffs knapp dreihundert Seiten starker Schrift «Die Wagnerfrage», in der er dessen Kompositionsstil als wenig tiefgehend kritisierte: «Diese Melodieen schwimmen auf der Oberfläche der […] Harmonie, wie die Fettaugen auf einer Wassersuppe.» Hier bezog sich Raff zwar auf Wagnersche Opern-Ouvertüren, jedoch lässt sich der Raffsche Vorwurf auch auf das im Zürcher Exil entstandene Wesendonck-Lied «Träume» übertragen. Gleichzeitig liess sich Raff in seinem Kompositionsstil von Wagner beeinflussen, was die Gegenüberstellung von Wagners Werk mit Raffs Orchesterlied «Traumkönig und sein Lieb» und den «Zwei Scenen» für Mezzosopran und Orchester umso reizvoller macht.

Felix Mendelssohn – dessen Ouvertüre zum «Märchen von der schönen Melusine» erklingt – gilt als einer der ersten Förderer des jungen Raff, indem er frühe Werke des Schweizers beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel unterbrachte und damit den Grundstein für Raffs Karriere legte. Mendelssohn, der die Schweiz mehrfach bereiste, zeigte sich, wie Wagner, begeistert von der Schweizer Bergwelt. Der gebürtige deutsche Komponist August Walter hingegen fürchtete die helvetische Ländlichkeit: «In der Tat hätte ich keine Lust, mich in einer Schweizerstadt zu vergraben, wo […] abends die Kühe vom Feld eingetrieben würden!» Doch entgegen dieser Annahme wurde er bald heimisch – und wirkte den grössten Teil seines Lebens als Schweizer unter Eidgenossen in Basel.

Besetzung

MARIE-CLAUDECHAPPUIS, Mezzosopran
SHERNIYAZMUSSAKHAN
, Violine
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER,
Leitung

Konzertprogramm

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
Ouvertüre zu «Das Märchen von der schönen Melusine» op. 32

JOSEPH JOACHIM RAFF
«Zwei Scenen» op. 199
«Traumkönig und sein Lieb» für Singstimme und Orchester op. 66

RICHARD WAGNER
«Träume» aus den Wesendonck-Liedern WWV 91B

AUGUST WALTER
Sinfonie in Es-Dur op. 9

Spielort

Konzerthalle

Andermatt

Anfahrt

Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.

Barrierefreiheit

Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.

Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.

Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.

Garderobe

Abendkasse

Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.

Einlass

Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.

Ermässigungen

Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.

Marie-Claude Chappuis, Mezzosopran

Marie-Claude Chappuis singt regelmässig unter der Leitung von berühmten Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniel Harding, Emmanuelle Haïm, René Jacobs, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Jonathan Nott und Christophe Rousset, um nur einige zu nennen. Zu den Meilensteinen ihrer bisherigen Karriere zählen «Idomeneo» (Idamante), inszeniert und dirigiert von Nikolaus Harnoncourt in Graz und Zürich, Giovanni Paisiellos «Il Matrimonio Inaspettato» (Contessa) unter Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen, «La Damnation de Faust» (Marguerite) unter Sir Roger Norrington in Leipzig und «L’incoronazione di Poppea» (Ottavia) an der Berliner Staatsoper und am Brüsseler La Monnaie. Ausserdem ist sie zu Gast am Maggio Fiorentino, am Theater an der Wien, am Opernhaus Zürich, am Théâtre des Champs-Elysées in Paris, am Teatro alla Scala, am Teatro Real in Madrid und am Grand Théâtre de Genève.

Ebenso aktiv ist sie auf der Konzertbühne und sang kürzlich mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Giardino Armonico, dem London Philharmonic Orchestra und den Wiener Philharmonikern. Ihre vielseitige Diskographie umfasst Bachs «Matthäus-Passion» mit Riccardo Chailly (Decca), «La Clemenza di Tito» (Annio) mit René Jacobs (erschienen bei Harmonia Mundi und nominiert für einen Grammy Award), Telemanns «Brockes-Passion» und Mozarts «Requiem» mit dem Freiburger Barockorchester und René Jacobs (Harmonia Mundi 2017), Beethovens «Neunte Sinfonie» unter der Leitung von Giovanni Antonini (Sony 2018) sowie Solo-Alben mit dem Lautenisten Luca Pianca («Sous l’empire d’Amour» — Deutsche Harmonia Mundi 2017) und Volkslieder aus der Schweiz («Au coeur des Alpes» — Sony Classical 2018). Gerade erschienen: J.S. Bachs «Messe in h-Moll» mit der Akademie für alte Musik Berlin, dem RIAS Kammerchor und René Jacobs (Harmonia Mundi) sowie «Les Fables de La Fontaine» mit La Chapelle Harmonique (B-Records).

Sherniyaz Mussakhan, Violine

Sherniyaz Mussakhan, geboren 1993, ist Konzertmeister des Swiss Orchestra. Als Solist hat er zusammen mit dem Royal Philharmonic Orchestra of London, dem Sinfonieorchester Basel, dem Astana Opera Symphony Orchestra u. a. gespielt. Er trat beim Gstaad Menuhin Festival, beim Sion Festival, bei Stars at the Rhein Festival u. a. auf und spielte als Solist im Bolschoi-Theater, im Mozarteum Salzburg, an der Hofburg Wien, im Mariinsky-Theater und im Grossen Saal des Moskauer Staatskonservatoriums. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Sherniyaz Mussakhan auch Gründer und künstlerischer Leiter verschiedener Kulturprojekte wie dem Basel Infinity Festival, dem YES Kammerorchester und dem Dialoge Festival.

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